Wahlkurs P Empirisches Arbeiten zu aktuellen Forschungsfragen „Die Alpen im (Klima-) Wandel“
Dozent:innen: Tim Nahtz; Frederick ReinigKurzname: Wahlkurs P
Kurs-Nr.: 09.050.292
Kurstyp: Projektstudie
Anwesenheitspflicht
jaEmpfohlene Literatur
Wird zu Beginn des Semesters den Teilnehmenden via Moodle zur Verfügung gestellt.Inhalt
Marginalität - insbesondere entlang sich überlappender sozialer Kategorien wie Klasse, Geschlecht und race - ist seit Jahrzehnten eine etablierte Forschungsperspektive. In der Humangeographie wird soziale Marginalität dabei häufig in enger Wechselwirkung mit räumlicher Marginalität verstanden. In diesem Kurs legen wir einen Fokus auf urbane Räume.Der Kurstitel greift bewusst die Idee auf, „von Rändern“ zu denken. Zugleich ist uns bewusst, dass Begriffe wie „Ränder“ oder „Peripherien“ ein vermeintliches Zentrum der Stadt suggerieren können. Im Seminar werden wir solche räumlichen Zuschreibungen daher auch kritisch reflektieren: Welche Perspektiven werden in dominanten Narrativen über Städte als zentral dargestellt – und welche Positionen, Orte oder Erfahrungen werden dadurch marginalisiert oder unsichtbar gemacht?
Innerhalb urbaner Räume betonen Forschende, insbesondere durch qualitative Forschung, die vielschichtigen sozialen Geographien, die sichtbar werden, wenn wir etablierte Perspektiven auf Stadt hinterfragen - sei es aus der Perspektive des sogenannten Globalen Südens, aus städtischen Randlagen oder aus der Sicht strukturell benachteiligter Gruppen.
Genau hiermit beschäftigt sich unser Kurs. Aus der Perspektive sozialer und räumlicher Marginalität werden wir alternative Geographien der Stadt Mainz untersuchen. Zunächst erarbeiten wir gemeinsam, welche sozialen und räumlichen Perspektiven in dominanten Narrativen über Mainz präsent sind. Anschließend beschäftigen sich die Teilnehmenden in eigener empirischer Arbeit mit den weniger sichtbaren Perspektiven dieser Geographien: Welche Erzählungen der Stadt Mainz werden marginalisiert? Welche räumlichen und sozialen Perspektiven kommen zu kurz? Wie würden sich Geographien der Stadt darstellen, wenn wir sie konsequent aus diesen Perspektiven heraus denken?
Die empirischen Projekte können sich beispielsweise mit Perspektiven von Bewohner_innen bestimmter Stadtteile, zivilgesellschaftlichen Initiativen, migrantischen Organisationen, sozialen Einrichtungen, Aktivist_innen oder anderen lokalen Akteur_innen beschäftigen. Ziel ist es, durch qualitative Methoden (z. B. Interviews, Beobachtungen oder Kartierungen) alternative Perspektiven auf städtische Räume sichtbar zu machen. Grundlage der Analyse bilden Theorien und Methoden der Humangeographie.
Der Kurs ist forschungsorientiert angelegt und beginnt mit einem Blocktermin am Wochenende Anfang Mai (9.5. - 10.5.). In diesem Block werden wir gemeinsam dominante Narrative der Stadt Mainz herausarbeiten und erste projektvorbereitende Schritte durchführen (Entwicklung der Forschungsvorhaben, Vorbereitung der empirischen Erhebung). Anschließend erfolgt die eigenständige Datenerhebung und Auswertung durch die Teilnehmenden. Zum Abschluss des Semesters (11.7.) findet ein Seminar statt, in dem die Teilnehmenden ihre Projekte vorstellen und Peer-Feedback erhalten. Die Prüfungsleistung besteht aus einer mündlichen Präsentation der (vorläufigen) Ergebnisse sowie einem schriftlichen Bericht mit den finalen Ergebnissen.
Von den Teilnehmenden wird ein hohes Maß an selbstverantwortlichem Arbeiten in Kleingruppen, aktive Beteiligung an Diskussionen sowie die Bereitschaft zur Lektüre (englischsprachiger) Fachliteratur erwartet.
Das Seminar baut auf den Inhalten der Methoden-Vorlesung und des Methodenworkshops auf; die dort vermittelten Kenntnisse und Kompetenzen werden vorausgesetzt.
Die empirischen Projekte werden in Arbeitsgruppen von zwei bis drei Studierenden durchgeführt. Erwartet wird, dass die empirische Erhebung in Mainz erfolgt; anfallende Fahrtkosten (ohne Fernverkehr) sind über das Semesterticket abgedeckt.
Zusätzliche Informationen
Bitte beachten Sie, dass Ihre Anmeldung zur Lehrveranstaltung verbindlich ist. Durch einen Rücktritt nach der verbindlichen Anmeldung sind hierdurch tatsächlich entstehende Kosten von Ihnen in voller Höhe zu tragen, sofern kein_e Ersatzteilnehmer_in gefunden wird. Bitte bedenken Sie das bei Ihrer Anmeldung!Wir empfehlen den Abschluss einer Reiserücktrittsversicherung.